Die Briefe von Plantin

Vor etwas über 100 Jahren veröffentlichte unser erster Konservator Max Rooses die Transkriptionen sämtlicher Briefe Plantins. Die Bodleian Libraries haben diese Transkriptionen nun komplett online veröffentlicht. Möchten auch Sie einen Plantin-Brief vom heimischen Sessel aus lesen? Kein Problem!

Humanistische Freunde

Im 16. Jahrhundert war Antwerpen ein wichtiges humanistisches Zentrum, und Plantin pflegte zu vielen wichtigen Humanisten aus dieser Zeit Kontakte. Zu seinen Freunden gehörten der angesehene Gelehrte und Humanist Justus Lipsius, der Geograph und Kartograph Abraham Ortelius und der Maler Pieter Bruegel sen.

Plantin druckte humanistische Werke, darunter Wörterbücher und Publikationen zur Grammatik, aber auch wissenschaftliche Bücher von renommierten Botanikern wie z. B. Clusius, Lobelius und Dodoens. Darüber hinaus verlegte er anatomische, medizinische und wissenschaftliche Werke und druckte Breviere, Messbücher, Stundenbücher und Bibeln. 1579 gab Plantin den ersten modernen Atlas, das Theatrum Orbis Terrarum von Ortelius, heraus.

Briefe

Obwohl Plantin selbst kein Gelehrter war und keine besondere Bildung genossen hatte, schrieb er dennoch Briefe in vielen verschiedenen Sprachen, u. a. auf Französisch, Latein, Niederländisch, Italienisch und Spanisch.

Die Briefe, die Plantin in der Zeit zwischen 1549 und 1589 schrieb, vermitteln einen faszinierenden Einblick in das Geschehen in einem führenden Verlag in der frühmodernen Zeit.

Neben eigenen Briefen haben die Bodleian Libraries auch einige Briefe ins Netz gestellt, die Plantin nicht selbst schrieb oder erhielt, aber in denen er erwähnt wurde oder die sich auf sein Unternehmen beziehen.

Online nachschlagen

Alle 1515 Briefe sind im im Katalog der Bodleian Libraries zu finden.

Beachten Sie auch die vollständige Veröffentlichung von Max Rooses.

Möchten Sie mit eigenen Augen sehen, mit welcher Handschrift Plantin geschrieben hat? Auch ein Teil der Originalbriefe kann online eingesehen werden.

Museum Plantin-Moretus
Weltkulturerbe der unesco