Der Lektorentisch

Am Fenster der Druckerwerkstatt steht der imposante Lektorentisch. Daran saßen die Lektoren, von denen einige bis zu neun Sprachen beherrschten. Sie überprüften die imposanten Druckfahnen bis ins letzte Detail.

Mehrsprachige Lektoren

Am Fenster – einem Ort, der nicht gerade zufällig gewählt wurde – befindet sich der beeindruckende Lektorentisch aus Eichenholz. Daran saßen die Korrekturleser, auch Lektoren genannt. Sie mussten den ersten und zweiten Satz auf mögliche Fehler hin überprüfen: Seitennummerierung, Interpunktion, Akzente, Rechtschreibung, Abkürzungen, Schriftarten.

Neben der niederländischen und der französischen Sprache beherrschten sie in der Anfangszeit des Unternehmens auch Griechisch, Latein, Spanisch, Italienisch, Hebräisch, Syrisch und Aramäisch. Mit anderen Worten: die Sprachen aus der mehrsprachigen Bibel sowie die damaligen Handels- und Kultursprachen.

 

Humanisten und Priester

Die ersten Korrekturleser im Dienste Plantins waren daher Humanisten. Als später die Veröffentlichung von liturgischen Werken in den Mittelpunkt der Produktion rückte, wurden auch Priester als Lektoren eingestellt.

Dass der Tisch so groß ist, liegt vor allem an dem Format der Druckfahnen. In der Mitte der Kammer befindet sich ein Exemplar mit Verbesserungen. Die Lektoren bewahrten die Druckfahnen in den Schubladen unter der Tischplatte auf.

 

Museum Plantin-Moretus
Weltkulturerbe der unesco