Rubens, Entwurfzeichnung Druckermarke

Rubens malte nicht nur für Balthasar I. Moretus, sondern zeichnete auch Druckermarken. Dieser Entwurf war für eine Titelseite des zweiten Teils der „Opera omnia” des Humanisten Justus Lipsius bestimmt.

Intensive Zusammenarbeit

Rubens arbeitete ab 1608 eng mit der Officina Plantiniana, der Druckerei Plantins und der Familie Moretus, zusammen. Sie wurde von Balthasar I. Moretus, einem Jugendfreund des Barockmalers, geleitet. Rubens entwarf u. a. 24 Titelseiten und schuf auch Illustrationen für verschiedene Bücher. Diese Zeichnung war Bestandteil der Titelseite für die gesammelten Werke des großen Humanisten Justus Lipsius, der ein guter Freund des Hauses war.
 

Herkules und Constantia

Was ist zu sehen? Ein Entwurf von Rubens für die Druckermarke des Hauses. In der Mitte befinden sich der Zirkel - das Symbol des Unternehmens - und das Firmenmotto Labore et Constantia: „Durch Arbeit und Standhaftigkeit”. Warum ein Zirkel? Das Instrument besteht aus einem festen und einem „beweglichen” (arbeitenden) Glied. Der griechische Held Herkules auf der linken Seite symbolisiert die Arbeit, Constantia auf der rechten Seite ist ein Sinnbild der Standhaftigkeit. Die symbolträchtige Bildsprache war typisch für die Art von Barockbüchern, die Balthasar I. und Rubens schufen. Nachdem der Verleger die Zeichnung genehmigt hatte, wurde sie für den Druck spiegelverkehrt auf eine Kupferplatte übertragen.
 

Geschenkbücher

Rubens wurde für seine Arbeit bezahlt und erhielt außerdem Geschenkbücher als Gegenleistung. So konnte er u. a. auch auf diese Weise seine prächtige Bibliothek weiter ausbauen.
 

Museum Plantin-Moretus
Weltkulturerbe der unesco