Jaerelycksen Ommoeganck van Antwerpen

Im 16. und 17. Jahrhundert zogen viele Umzüge und Prozessionen durch die Straßen Antwerpens. Der Antwerpener Drucker Hieronymus Verdussen de Jonge veröffentlichte anlässlich des Umzugs im Jahr 1685 diesen Stich von Gaspar Bouttats zusammen mit einem Begleittext.

Aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts

Im 16. und 17. Jahrhundert zogen viele Umzüge und Prozessionen durch die Straßen Antwerpens. Der Antwerpener Drucker Hieronymus Verdussen de Jonge veröffentlichte anlässlich des Umzugs im Jahr 1685 diesen Stich von Gaspar Bouttats zusammen mit einem Begleittext.
 

Bunter Umzug

Der Stich zeigt auf sehr anschauliche Weise, wie an den Häusern auf der Meirbrug ein bunter Umzug vorbeizieht. Auf einigen Wagen werden Szenen aus Legenden dargestellt, wobei vor allem der Riese Antigon ins Auge fällt, andere haben sich von der Mythologie inspirieren lassen. Vorne rechts spritzt ein Wal einige Zuschauer nass. Weiter in der Mitte folgt ein Elefant dem Wagen des Meeresgottes Neptun und seiner Frau Amphitrite.
 

Gefahren

Dem beigefügten Kommentar zufolge verweist der Wal auf die vielen Gefahren, die den Waren der Kaufleute auf See drohen. Dazu gehören neben Stürmen und Piraten auch die Wale. Der Elefant soll daran erinnern, dass der Frieden sehr brüchig ist. Diese Botschaft war im 17. Jahrhundert in dieser Region äußerst aktuell. 
 

Ein echter Wal in Antwerpen

Aus dem Text geht auch hervor, dass sowohl der Elefant, als auch der Wal nach einem lebenden Modell gezeichnet wurden. Der Wal wurde nach einem gleichartigen Tier gezeichnet, das „vor 100 Jahren hier in der Schelde gefangen war”. Von dem Elefanten wird behauptet, er sei nach einem Tier gezeichnet worden, das „vor 100 Jahren bis hier nach Antwerpen gekommen ist”. Auf diese Weise erinnern beide Wagen auch an die vergangene Größe der Metropole.
 

Museum Plantin-Moretus
Weltkulturerbe der unesco