Die Wenzelsbibel

Die Wenzelsbibel ist eine zweiteilige Handschrift - geschrieben 1402 und 1403 - mit dem Text der Bibel. Die luxuriöse Handschrift mit atemberaubend schönen Verzierungen wurde im Auftrag von Konrad von Vechta, dem Münzmeister von König Wenzel IV. von Böhmen, angefertigt. Die Familie Moretus erwarb die beiden Bibelbände 1805 oder danach. Es handelt sich hier um ein Paradebeispiel der Sammlung illustrierter Handschriften, die von Plantin und der Familie Moretus angelegt wurde.

Illustriert mit 210 wunderschönen Miniaturen

Die Handschrift wurde mit 210 wunderschönen, ungefähr 9 x 11 cm großen Miniaturen und Randverzierungen illustriert. Die Miniaturen zeigen neben biblischen Szenen auch allerlei Darstellungen des täglichen Lebens im Mittelalter. Bei dieser Handschrift handelt es sich um ein ganz besonderes Beispiel der hohen Qualität der Miniaturkunst am böhmischen Hof im letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts. 

König Wenzel IV. war ein leidenschaftlicher Bücherfreund. Die Handschrift wurde 1403 in einem Prager Atelier angefertigt. In dieser Zeit erreichte die Prager Schule der Miniaturkünstler ihren Höhepunkt. Die breiten leeren Ränder lassen erkennen, dass es sich hier um ein luxuriöses Exemplar handelt, bei dem nicht der gesamte zur Verfügung stehende Platz ausgefüllt werden musste. Die Handschrift ist leider nie ganz vollendet worden. Die Miniaturen im zweiten Teil wurden nicht mehr vollständig ausgearbeitet. Zum Ende hin fehlen immer mehr Elemente. Dadurch lässt sich allerdings die Technik der verschiedenen Künstler besser untersuchen.

Die Familie Moretus erwarb die beiden Bibelbände 1805 oder danach. Es handelt sich hier um ein Paradebeispiel der Sammlung illustrierter Handschriften, die von Plantin und der Familie Moretus angelegt wurde. 

Museum Plantin-Moretus
Weltkulturerbe der unesco