Die Druckerei

Die Druckerei bildet das Herzstück des Plantiner Stadtpalastes. Dort finden Sie die beiden ältesten Druckpressen der Welt. Sie stammen aus der Zeit um 1600. Die anderen 6 Druckpressen funktionieren noch. Entdecken Sie hier, wie eine Druckerei im 16. Jahrhundert arbeitete.

Die Druckerei

Die Druckerei ist das pulsierende Herz des Unternehmens. Sie wurde 1580 in Betrieb genommen. Die Druckerei beschäftigte 56 Mitarbeiter: 32 Drucker, 20 Schriftsetzer, 3 Korrektoren und einen unqualifizierten Arbeiter. Diese Zahlen gelten für 1575. Plantins Firma war seinerzeit das größte typografische Unternehmen der Welt.
 

Die Letternkästen

An den Letternkästen, die auf hölzernen Gestellen angebracht waren, standen die Schriftsetzer Welcher Kasten verwendet werden musste, hing vom benötigten Alphabet - kursiv, griechisch, hebräisch,… - und der Größe der Buchstaben ab.

Der Setzer setzte die bleiernen Lettern in einem Setzhaken zu einer Zeile zusammen. Die aufeinanderfolgenden Zeilen wurden danach auf einem stabilen Holzbrett - dem Setzschiff - zusammengelegt. Auf diese Weise entstand allmählich eine Spalte oder eine Seite. Ein Drucksatz enthielt - je nach Format des Buches oder der Veröffentlichung - eine Reihe von Seiten: 2, 4, 6, 8, 12 oder 16. Der Satz kam in eine Form, die auf die Presse gelegt und mit Holzblöckchen fixiert wurde. Dann konnte mit dem Drucken des Drucksatzes begonnen werden. Nach dem gesamten Druckverfahren einschließlich Korrektur verteilte der Setzer die Lettern wieder im Letternkasten. Ein Setzer schaffte pro Arbeitstag durchschnittlich eine Form.
 

Die Druckpressen

Die 5 Pressen an der Außenwand stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie sind alle noch betriebsfähig und in ihrer Art einzigartig.

Das eigentliche Druckverfahren verlief zusammengefasst ungefähr wie folgt: Zuerst wurde der auf der Presse befestigte Drucksatz mit halbkugelförmigen Stempeln - den sogenannten Tampons - eingeschwärzt. Dann wurde das leicht befeuchtete Papier zwischen Rähmchen und Deckel eingeklemmt und durch eine ruckartige Bewegung mit dem Satz in Kontakt gebracht. Zum Schluss löste der Drucker das bedruckte Papier und hing es zum Trocknen auf. Bei einem normalen Buchformat konnten auf einer Presse pro Tag 1250 Blätter beidseitig bedruckt werden. Ein Drucker, dem ein Helfer zur Seite stand, musste somit täglich 2500 Druckbewegungen durchführen!
 

Die ältesten Pressen der Welt 

Plantin selbst oder sein Schweigersohn Jan I. Moretus haben die beiden Druckpressen aus der Zeit um 1600 vielleicht noch gekannt. Ihr bewegtes Leben hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Pressen sind unvollständig und somit außer Betrieb. Es handelt sich hier um die ältesten noch erhaltenen Druckpressen der Welt. 
 

Museum Plantin-Moretus
Weltkulturerbe der unesco