Die Biblia polyglotta

Die „Biblia polyglotta” - Polyglottenbibel oder mehrsprachige Bibel - ist ein monumentales Meisterwerk Plantins. Sie besteht aus acht Teilen: vier Teile mit dem Alten Testament, ein Teil mit dem Neuen Testament und drei Teile „Apparatus” bzw. Kommentare. Der eigentliche Bibeltext wurde in fünf Sprachen gedruckt: Latein, Griechisch, Hebräisch, Chaldäisch und Altsyrisch.

Mit Unterstützung von Philipp II.

Plantin bemühte sich sehr um diesen Auftrag. Er wollte nicht nur etwas Großartiges schaffen, sondern mit dieser Publikation auch das Vertrauen Philipps II. gewinnen, was dringend notwendig war: Beim Bildersturm hatten sich drei seiner Teilhaber als Calvinisten erwiesen, erschwerend kam hinzu, dass Plantin Ende 1566 die Gründung einer antispanischen Druckerei in Utrecht unterstützt hatte und deshalb des Hochverrats beschuldigt werden konnte.

Zum Glück gelang es Plantin, das Interesse Philipps II. für sein Projekt zu gewinnen. Plantin plante eine neue wissenschaftliche Ausgabe der Bibeltexte. Philipp schickte Geld und seinen Hauskaplan, den spanischen Theologen Benedictus Arias Montanus, nach Antwerpen. Plantin und Arias Montanus arbeiteten vier Jahre lang eng und freundschaftlich zusammen an der berühmten Bibelausgabe.
 

Eine fürstliche Bibel 

Acht dicke Bände im Folioformat, fünf Jahre Arbeit eines Teams hervorragender Philologen und Theologen, fünf Sprachen… Plantins „Biblia Polyglotta“, die Polyglottenbibel oder mehrsprachige Bibel, die man auch als „Biblia Regia” (Königliche Bibel) bezeichnete, wurde zum größten typografischen Projekt des Jahrhunderts. Das Meisterwerk enthielt eine neue wissenschaftliche Ausgabe des Bibeltextes auf Latein, Griechisch, Hebräisch, Syrisch und Aramäisch. Plantin arbeitete von 1568 bis 1573 an der spektakulären Ausgabe.

Die guten Beziehungen zu Philipp II. schufen die Grundlage für die 200-jährige Blütezeit des Unternehmens. Die Kontakte zum katholischen Spanien verhalfen der Familie Moretus zu einem Monopol für liturgische Werke für alle spanischsprachigen Gebiete und sorgten für einen gigantischen Absatzmarkt. 
 

Museum Plantin-Moretus
Weltkulturerbe der unesco