Blick auf die Antwerpener Reede

Dieser Holzschnitt zeigt Antwerpen im Jahr 1521 mit Blick auf den „Vlaams Hoofd”, das linke Scheldeufer. Heute befindet sich dort das Stadtviertel Linkeroever. Das Bild verherrlicht die Scheldestadt als wichtiges Wirtschafts- und Kulturzentrum. Auf der Banderole in Höhe der Liebfrauenkirche ist zu lesen „Antverpia mercatorum emporium”. „Antwerpen: der Stapelmarkt der Kaufleute”.

Realistisch

Es handelt sich hier um eine der ältesten bekannten Stadtansichten. Man sieht ein Stück Antwerpen: die Anlegestellen für die Schiffe, den Stapelplatz (Werf) mit Kran, die Türme der Stadt, die Kais an der Schelde, die wichtigsten profanen und religiösen Gebäude,… Alles wurde realistisch dargestellt und sogar beschriftet.
 

1515 oder 1521?

Wann wurde dieser Holzschnitt angefertigt? Er wurde zwar mit 1515 datiert, darüber bestehen jedoch Zweifel. Der Turm der Liebfrauenkirche war erst 1521 fertig, ist aber auf diesem Bild schon vollständig zu sehen. Deshalb stammt der Holzschnitt wohl eher aus dem Jahr 1521. Auch die beiden venezianischen Galerien sind problematisch: Der Schiffsverkehr zwischen Venedig und Antwerpen war von 1508 bis 1518 eingestellt worden.
 

Verherrlichung

„Antwerpen, Stapelmarkt der Kaufleute” lautet der lateinische Text auf der Banderole in Höhe der Liebfrauenkirche. Der Holzschnitt sollte die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt deutlich hervorheben. Das bestätigen auch die Darstellungen von Merkur (links), dem römischen Gott des Handels und Vertumnus (rechts), dem Gott der Jahreszeiten und des Überflusses. 
 

 

Museum Plantin-Moretus
Weltkulturerbe der unesco