„Luisterogen” - lernen im Museum

Das Museum hat ein Kartenset entwickelt, mit dem Jugendliche (und Erwachsene) mit Lernschwächen das Museum und seine reiche Sammlung kennenlernen können.

Mit diesem Museumstool erwirbt man nicht nur kulturelle Kenntnisse, sondern lernt gleichzeitig auch neue niederländische Worte. „Luisterogen” möchte außerdem die Lebenswelt und die sozialen Fähigkeiten der Zielgruppe auf kreative Weise erweitern. Das pädagogische Konzept wurde von Oliva Moors für den Verein KOCA vzw entwickelt.  
 

„Luisterogen”

Jugendliche und Erwachsene mit Lernschwächen oder Sprachschwierigkeiten besuchen in Begleitung des eigenen Lehrers/Betreuers das Museum mit dem neuen Hilfsmittel bestehend aus einer kleinen Mappe, in der sich Karten mit 10 Worten befinden. Die Worte haben mehrere Bedeutungsniveaus wie beispielsweise „Ich”, „Kunst” oder „Spiegel”.

Jedes Wort wurde in zwei verschiedenen Buchstabentypen gesetzt: einmal in dem „Ich lerne lesen” Buchstabentyp und in einem anderen Buchstabentyp aus der Sammlung des Museums. Das Museum hat für jedes Wort einen anderen passenden Buchstabentyp ausgewählt, sodass, die Schüler insgesamt 11 verschiedene Buchstabentypen kennenlernen. Zu jedem Wort gehört eine zweite Karte mit einem Symbol/einer Abbildung, einem Wortbild, von dem, was das Wort ausdrückt.

Eine dritte Karte zeigt einen Raum oder einen Gegenstand aus dem Museum, der gut zu dem Wort passt und gleichzeitig die Geschichte des Museums erzählt. Auf der Rückseite dieser Karte wird sehr kurz und mit einfachen Worten die getroffene Wahl erläutert. Auch davon gibt es 10 verschiedene Karten passend zu den 10 Worten.

Dann gibt es noch eine vierte Karte mit einer kurzen Gebrauchsanweisung und den nötigen Formalitäten. Die 31 Karten befinden sich zusammen in einer kleinen Mappe. Während des Museumsbesuchs gibt der Lehrer/Betreuer jedem Schüler (oder jeder Zweiergruppe) eine Wortkarte und/oder eine Wortbildkarte. Die Schüler suchen selbstständig im Museum, was ihrer Meinung nach am besten zu dem Wort passt. Danach geht man in der Gruppe durch das Museum und jeder Schüler/jede Schülerin erzählt von seinem/ihrem Fund. Auch die Auswahl des Museums wird besichtigt.

Die kleine Mappe mit Karten kann lange und auch von verschiedenen Gruppen beim Museumsbesuch benutzt werden (z. B. von Gruppen, die gerne einmal eine andere Art von Museumsbesuch mit einer größeren Beteilung der Gruppenmitglieder wünschen). Die Mappe ermöglicht es uns außerdem, Schulen und Gruppen, die sich die Kosten eines Führers nicht leisten können, eine interessante, vom eigenen Lehrer/Betreuer begleitete Führung anzubieten.

Museum Plantin-Moretus
Weltkulturerbe der unesco